Peters spielt Poe

Nur ein Traum in einem Traum?

 

Es ist nie zu spät sich einen Traum zu erfüllen. Jetzt wird es sogar ein „Traum in einem Traum“.

So der Titel eines Ein-Personen-Stückes in dem es um die letzten neunzig Minuten im Leben des amerikanischen Literaturkritikers und Schriftsteller Edgar Allan Poe geht. Am 3. Oktober 1849 wurde Poe am Bostoner Hafen gefunden. Er war besinnungslos und wurde in das Washington Hospital eingeliefert, wo er noch vier Tage im Koma lag, bis er am 7. Oktober starb.

Wie und warum Poe in diese Situation geriet wird wohl immer ein Rätsel um den Mann bleiben, der nicht nur als Gruselliterat, sondern auch als Erfinder der Detektivgeschichte brillierte.

Der lippische Krimiautor Joachim H. Peters überarbeitete Biografien und Abhandlungen und schuf mit seinem Stück die Fiktion, dass Poe im Krankenzimmer noch einmal erwacht und diese letzten Stunden nutzt, um dem Publikum sein Leben zu erzählen.

Poe spricht von Höhen und Tiefen, von seinen starken Stimmungsschwankungen, die zwischen himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt lagen. So kannte man ihn, äußerst emotional, aber auch ein Mann in dessen Genen wohlmöglich, die eines alkoholkranken Vaters steckten.

Poe ist in seinen letzten Minuten dem Tode zwar schon näher als dem Leben, doch er schimpft, schleimt, fantasiert und bedauert sich selbst, wie zeit seines Lebens.

Joachim H. Peters schlüpft auf der Bühne selber in die Rolle des Außenseiters und versucht ihm so dem Publikum näherzubringen. Dabei bleiben die Werke des Autors im Hintergrund. Es gibt keine langen Rezitationen, denn wie sagte schon Poe in Der Geist des Perversen?

"Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht schon einmal das Verlangen verspürt hat, andere durch umschweifendes reden zu quälen."

Die Werke Poes sind bekannt, Peters hingegen geht es um den Menschen Poe und dessen Schicksal.

 

Poe

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